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Round Table "CSR Reporting" am Flughafen München

22.11.2018

Zusammen mit dem Flughafen München organisierte der Peter Löscher-Stiftungslehrstuhl für Wirtschaftsethik und Global Governance einen Round Table am 19. November 2018 um mit Vertretern der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über die Erfahrungen und Herausforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu diskutieren.


Viele Unternehmen beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit dem Thema Nachhaltigkeit und CSR. Seit einigen Jahren berichten die Unternehmen auch im Lagebericht oder separaten Nachhaltigkeitsberichten über deren CSR Aktivitäten und die größten Risiken, die mit der Geschäftstätigkeit verknüpft sind. Ausgehend von einer Richtlinie auf EU Ebene, trat im April 2017 das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) in Deutschland in Kraft. Das Gesetz hat die Absicht die bestehenden Berichte vergleichbarer zumachen und bisher nicht berichtenden Unternehmen zu einem Reporting zu bewegen. Insgesamt fallen rund 500 große und kapitalmarktorientierte Unternehmen in Deutschland unter die neue Vorschrift. Das Geschäftsjahr 2017 war das erst Jahr, das in Deutschland nach dem neuen Gesetz berichtet werden musste. Da die Berichte sind sehr unterschiedlich ausgefallen sind und alle Beteiligten verschiedene Erfahrungen mit dieser neuen Regelung gemacht haben, organisierte Raphael Max (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Peter Löscher-Stiftungslehrstuhl für Wirtschaftsethik und Global Governance) in Zusammenarbeit mit dem Team des strategischen Nachhaltigkeitsmanagement der Flughafen München GmbH einen Round Table um die diversen Erfahrungen auszutauschen und die Herausforderungen für die kommenden Berichte auszutauschen. Diese Fragen diskutierten rund 30 Vertreter der Wirtschaft (u.a. KPMG, BASF, Airbus, Siemens, Audi, Allianz, ProSiebenSat.1 und Osram), der Wissenschaft (TUM, KU Ingolstadt und Universität Regensburg) und Dr. Lukas Köhler (FDP, Abgeordneter München West/Mitte) als Vertreter der Politik.

Exemplarische Fragen waren:

• Was waren die Erfahrungen der Unternehmen bei der ersten Umsetzung des neuen CSR-RUG?

• Welche Vorschriften des Gesetzgebers gehen zu weit und welche Themen sollte der Gesetzgeber klarer formulieren?

• Wie sollte sich das CSR Reporting langfristig entwickeln?

Die Erfahrungswerte waren sehr unterschiedlich und haben zu einer lebendigen Diskussion geführt. Alle Beteiligten waren sich einig, dass das CSR-RUG zu einer breiteren öffentlichen Wahrnehmung des Themas geführt haben sowohl Vorstände als auch Aufsichtsräte für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Unternehmensführung sensibilisiert. In einem Vortrag machte auch Prof. Christoph Lütge (Inhaber des Peter Löscher-Stiftungslehrstuhls für Wirtschaftsethik und Global Governance der TUM) auf die notwendige Verankerung nachhaltiger Unternehmensführung in der Corporate Governance aufmerksam.

Durch das CSR-RUG ist das Thema Nachhaltigkeit in der Mitte vieler Entscheidungen großer Unternehmen angekommen. Jedes große Unternehmen wird in der Zukunft nicht mehr an der Frage vorbeikommen, wie es mit Arbeitnehmerbelangen, der Achtung der Menschenrechte in der gesamten Supply Chain, Umweltbelangen oder sozialen Herausforderungen umgeht.