Experimental Ethics Laboratory (EEL)

Bild: Konstantin Gastmann / pixelio.de

Unser Labor dient der experimentellen Untersuchung von Verhalten in (wirtschafts-)ethisch relevanten Situationen. Dazu führen wir in unregelmäßigen Abständen Studien mit freiwilligen Proband/innen durch, teils im Labor, teils online.

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Informationen zu unserer selbstentwickelten Experimentalsoftware (EGG) finden Sie hier und unter egg.tum.de/.

Direktor des Labors ist Prof. Dr. Christoph Lütge.

Für alle Fragen rund um das Labor und die Software stehen Ihnen die Laborleiter Hannes Rusch (online lab) und Dr. Matthias Uhl (classic lab) gern zur Verfügung.

 

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Das Labor

Das Labor wird vom Lehrstuhl für Unternehmensführung betrieben und von Frau Prof. Dr. Alwine Mohnen geleitet.

Es befindet sich in Gebäude 505, Stammgelände, an der Luisenstraße (Ecke Theresienstraße) in Raum 3567 (3.OG).

Laufende Projekte am EEL

Titel Projekt zur Wahrnehmung von Freiheiten und Optionen beim Berufseinstieg im Generationenvergleich – Forschungsprojekt für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Kurzbeschreibung In der Studie wird untersucht, wie sich die Wahrnehmung von persönlichen und beruflichen Freiheiten und Optionen in Bezug auf Lebensgestaltung und Konsum in den letzten 50 Jahren entwickelt hat. Dabei wurden Menschen aus zwei verschiedenen Alterskohorten zu ihren Einschätzungen befragt. Die Betonung lag dabei vor allem auf den Einschätzungen zu der Zeit des eigenen Berufseinstieges der Teilnehmer.
Forschungsmethode Die Umfrage basiert auf Online-Interviews mit Teilnehmern des YouGov Panel Deutschland. Die Mitglieder des Panels haben der Teilnahme an Online-Interviews zugestimmt.
Die Panelisten werden über E-Mail mit einem Link zu einer Umfrage eingeladen. Es wurde eine Quotenstichprobe nach Alter, Geschlecht und Region aus dem YouGov-Panel Deutschland gezogen.

Feldzeit: 4.3. bis 13.3. 2013

N= 1072
Geburtskohorte 1: 57-68-Jährige (N=562)
Geburtskohorte 2: 32-43-Jährige (N=510)
Autoren Johanna Jauernig, Prof. Christoph Lütge
Ergebnisse Resümee und Interpretation: Insgesamt lassen sich die Ergebnisse der Studie dahingehend interpretieren, dass sich die Vertreter der Generation der 32-43-Jährigen beim Berufseinstieg tendenziell mehr Konsumwünsche erfüllen konnten und weniger Widerstände bei der Wahl ihres Berufes erfuhren als die Generation der heute 57-68-Jährigen. Das ist als ein höherer Grad an Freiheit zu werten, auch wenn die 32-43-Jährigen – direkt nach dem Freiheitsgefühl zur Zeit des Berufseinstieges gefragt – keine signifikant höheren Werte angaben, als die 57-68-Jährigen. Auch schätzen die 32-43-Jährigen ihre Selbstverwirklichungschancen zur Zeit ihres Berufseinstieges insgesamt schlechter ein als das die 57-68-Jährigen für die Zeit ihres Berufseinstieges tun.
Das mag daran liegen, dass sich in einem entscheidenden Punkt die offenstehenden Optionen in der Wahrnehmung der 32-43-Jährigen deutlich verschlechtert haben: Nämlich in Sachen Arbeitsplatzangebot. Daraus ist zu schließen, dass die Arbeitsmarktchancen einen wichtigen Faktor darstellen, der das Urteil über die Chancen und Freiheiten insgesamt stark beeinflusst.
Auch wenn der pessimistischen Einschätzung der jüngeren Generation zumindest in finanzieller Hinsicht kein Faktum zu Grunde liegt, so kann diese Tendenz mit einer veränderten Zukunftserwartung erklärt werden. Auch wenn die 57-68-Jährigen zur Zeit ihres Berufseinstieges weniger Geld zur Verfügung hatten und auch weniger frei waren bei der Wahl ihres Berufes, so kann man annehmen, dass ihre insgesamt positive Einschätzung ihrer Chancen von einer ebenso positiven Zukunftserwartung abhingen. Von wirtschaftlicher Seite sind die 60er und 70er von einem Wirtschaftswachstum, sicheren Arbeitsplätzen und ebenso sicheren Renten gekennzeichnet. In den krisengebeutelten Nullerjahren fehlen eben diese Sicherheiten für die Berufseinsteiger. Das heißt, auch wenn sie sich auf einem hohen Konsumniveau befinden, wirkt sich doch eine diffuse Zukunftsangst, bedingt durch die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt (befristete Verträge) sowie die Unsicherheit in Sachen Rente und Kapitalanlage negativ auf die Einschätzung der aktuellen Freiheiten und Optionen aus. Es scheint also weniger die aktuelle Wirtschaftslage in Deutschland als die antizipierte Wirtschaftslage zu sein, die Wahrnehmung der Freiheit bestimmt.
Links Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Titel Die Transparenzinitiative der Pharmaindustrie – Eine Analyse der Perzeption durch die Ärzteschaft (in Kooperation mit Daiichi Sankyo)
Kurzbeschreibung Verschärfte Regularien verlangen, dass Pharmaunternehmen ihre finanziellen Verflechtungen mit Ärzten offenlegen. In diesem Zusammenhang werden entsprechende Zahlungsströme im Internet veröffentlicht. Die Studie erhebt erstmals die grundsätzliche Einstellung der Ärzteschaft zu diesem Thema und eruiert, ob Hoffnungen oder Bedenken überwiegen. Zu diesem Zweck wurden in strukturierten Interviews Klinikärzte und niedergelassene Ärzte mehrerer Fachrichtungen im Großraum München befragt.
Forschungsmethode Quantitative Fragebogenstudie
N = 111 Ärzte
Autoren Antonia-Maria Fischer, Dino Menegoni, Julian Petzold, Dr. Matthias Uhl (Ansprechpartner)
Titel Vertrauen und Reputation – Wie beeinflusst die Beschäftigung mit Dilemmasituationen die Sicht auf die Pharma- und Tabakindustrie
Kurzbeschreibung Branchen wie die Pharma- oder die Tabakindustrie haben in der Öffentlichkeit ein äußerst schlechtes Image. Daran ändern vielfach auch CSR-Maßnahmen und Transparenzinitiativen nichts. In der Studie wird untersucht, inwieweit die Beschäftigung mit dilemmatischen Situationen, in denen konkrete Entscheidungen getroffen werden müssen, die Teilnehmer für ökonomische Zwänge sensibilisiert und eine differenziertere Beurteilungen der Branche mit sich bringt.
Forschungsmethode Quantitative onlinebasierte Fragebogenstudie
N = 430 Studenten
Autoren Johanna Jauernig, Dr. Matthias Uhl
Titel Mixing Dilemmas
Kurzbeschreibung Projekt in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Verhaltens- und Institutionenökonomik der JLU Gießen; Untersucht wurde die Frage, ob es systematische Wechselwirkungen ("spillovers") zwischen Koordinations- und Kooperationsspielen gibt.
Forschungsmethode Inzentiviertes Laborexperiment
N = 140 Studierende
Autoren Hannes Rusch
Titel Smile! Ethical Motivations of Microcredit Lenders?
Kurzbeschreibung Studie zu den Motiven, die private Mikrokreditgeber bewegen. Wirtschaftsethisch scheint es problematisch, wenn private Mikrokredite rein nach Sympathiekriterien verteilt werden, da so keine Förderungswirkung zugunsten wirtschaftlich nachhaltiger Geschäftsideen erzielt wird. Die Studie zeigt jedoch, dass Sympathie der Hauptbeweggrund der privaten Geldgeber zu sein scheint.
Forschungsmethode Online-Experiment
N = ~350 Befragte
Autoren Hannes Rusch
Titel Efficiency of Punishment
Kurzbeschreibung Wie effizient sind Institutionen mit Bestrafung im Vergleich zu solchen ohne? Lässt sich mit etablierten Normen und längerfristig zusammenarbeitenden Gruppen eine Effizienzsteigerung beobachten?
Forschungsmethode Public Goods Game (online)
Autoren Ulrich Frey, Christoph Lütge